negaruyen

Heimatwelt Hiveen-5, Eigenname "Negaruyen"

Hoheitszeichen der Negaruyen der "verborgenen Welt". Der Ring symbolisiert die Einheit des Volkes, Stern und Hände die Sehnsucht nach den Sternen.

Aussehen

 

Die Negaruyen sind ein humanoides Volk, welches den Menschen genetisch und äußerlich weitestgehend gleicht. Der einzige sichtbare Unterschied besteht darin, dass sie an Stelle einer Nase über zwei Nasenschlitze verfügen. Während die Negaruyen der verborgenen Welt über Wimpern und Augenbrauen verfügen, fehlen diese bei den Bewohnern der Stammwelt Negaruyen. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine Anpassung an die veränderten Bedingungen der Sandwelt. Obgleich es zwischen Menschen und Negaruyen sexuelle Beziehungen gibt, ist gemeinsamer Nachwuchs aufgrund der einprozentigen Differenz in der DNA nicht möglich. Dieser geringe Unterschied verhindert auch die gegenseitige Benutzung von DNA-kodierter Technik.

Geschichtlicher Überblick

 

Die Negaruyen entdeckten vor ungefähr eintausend Jahren die Raumfahrt und breiteten sich von ihrer Heimatwelt Negaruyen rasch über einen kleinen Sektor der Galaxis aus. Ihre walzenförmigen Raumschiffe verfügten über die Technologie, die sogenannte „Schwingung“ zu benutzen, die interstellare Reisen ohne Zeitverlust ermöglicht und dem menschlichen Nullzeit-Sturzantrieb ähnelt. Vor rund achthundert Jahren begegneten die Negaruyen dem expandierenden Volk der insektoiden Norsun. Die damals sehr aggressiven Norsun sahen in den menschenähnlichen Raumfahrern sofort erbitterte Konkurrenten im Wettstreit um neuen Lebensraum und eröffneten jenen bewaffneten Konflikt, der inzwischen als „der lange Krieg“ bezeichnet wird. Beide Parteien fochten die Auseinandersetzung mit Energiewaffen aus. Trotz der technischen Überlegenheit der Negaruyen gerieten diese rasch ins Hintertreffen, da sie den enormen industriellen Kapazitäten und der gleichermaßen hohen Vermehrungsrate der eierlegenden Norsun nichts entgegenzusetzen hatten. Innerhalb von knapp fünfzig Jahren wurden fast alle Kolonialwelten der Negaruyen erobert und deren Bevölkerung ausgelöscht.

 

Das Volk der Stammwelt

 

Eine Flotte der Norsun entdeckte dann vor rund fünfhundert Jahren die eigentliche Stammwelt des Feindes und verwandelte die blühende Welt in eine sandbedeckte Einöde. Nur wenige Negaruyen überlebten diesen Vernichtungsschlag und schworen aus Furcht der Raumfahrt ab. Die einst industrialisierten Städte, Raumhäfen und Schiffe versanken im Sand und gerieten in Vergessenheit. Nur selten werden Artefakte der Vergangenheit entdeckt und gelten zwischen den Sandclans der Negaruyen als wertvolles Handelsgut.

 

Die Bewohner der Stammwelt sind in Clans organisiert, welche über die wenigen Oasenstädte herrschen und miteinander Handel treiben. Luftfahrzeuge sind nahezu unbekannt und die Verbindung zwischen den Städten und externen Siedlungen wird durch Dampf- und Windgetriebene Sandschiffe aufrecht erhalten. Die stolzen Sandschiffer jagen vor allem die unterirdisch lebenden Sandkrebse, die nur gelegentlich zum Luftholen an die Oberfläche kommen. (Anmerkung: Siehe hierzu Roman "Sky-Troopers 04 - Das Sandschiff")

 

 

Sandkrebse und Hiromata-Kristalle

 

Fleisch und Öl der Krebse sind kostbare Handelswaren, zu denen inzwischen auch die sogenannten Magensteine der Krebse gehören.

 

Die einzelgängerisch lebenden Sandkrebs können bis zu fünfzig Meter lang werden und ähneln irdischen Krebsen. Sie ernähren sich von Pflanzen und Mineralien, die sie im Sand einsaugen. Dazu gehören auch Felsen, die sie verwenden, um andere Substanzen in ihrem Magen zu zermahlen und so zu zerkleinern. Was nicht verwertbar ist, wird beim „Luftholen“ an der Oberfläche ausgespuckt. Inzwischen hat man festgestellt, dass die Krebse bei ihrer Nahrungssuche auch immer wieder auf Hiromata-Kristalle stoßen. Zwar haben die Negaruyen für diese keinerlei Verwendung, umso größer ist die Bedeutung jedoch für die Menschen, da deren Nullzeit-Sturzantriebe auf Hiromata-Kristalle angewiesen sind.

 

 

Wasserstadt Benilan

 

 

Es gibt insgesamt sieben der großen Wasserstädte sowie zahlreiche kleinere Wasseroasen. Die Städte liegen, aufgrund der günstigeren klimatischen Verhältnisse, allesamt in der Nähe des Äquators.

 

Der Verkehr zwischen den Städten findet ausschließlich mit Hilfe von Sandschiffen statt. Neben den großen Fang- und Handelsschiffen gibt es eine Anzahl kleiner „Fähren“, welche für den schnellen Transport von Negaruyen und verderblichen Waren genutzt werden.

 

Der Hafen ist daher Dreh- und Angelpunkt des Personen- und Warenverkehrs. Er liegt stets vor dem äußeren (ersten) Ring einer Stadt und besteht aus einer Reihe halbkugelförmiger Lagergebäude und traditionell aus zwölf auf hohen Metallstreben stehenden Stegen, die in einer Reihe nebeneinander angeordnet sind und zwischen denen die Schiffe festmachen können. Der jeweilige Hafenmeister ist für die Verwaltung und das Besteuern der jeweiligen Ladungen zuständig, Arbeiter und Ladekräne sorgen für eine rasche Bewegung der Fracht. Vor Ankunft eines Sandschiffes wird der betreffende Ankerplatz oft mit Wasser besprüht, um so den Staub aufgewirbelten Sandes zu begrenzen, wenn das Schiff vor Anker geht.

 

Benilan, welches man aufgrund der Anzahl ihrer Seen, auch als die Stadt der sieben Wasser bezeichnet, liegt in der Mitte eines rund hundert Kilometer durchmessenden Gebietes, das aufgrund des hier reichlich vorhandenen Wassers üppig bewachsen ist. Städte wie diese und die Vielzahl der kleineren Oasen sind ein wesentlicher Faktor, dass die Atmosphäre von Negaruyen überhaupt atembar ist. Die Gebäude der Stadt nehmen nur einen kleinen Teil der Fläche ein.

 

Im Grunde kann man das Stadtgebiet in drei ringförmige Sektoren teilen.

 

Der äußere Ring wird von dichten Wäldern beherrscht. Zähe Nadelgewächse mit langen Pfahlwurzeln, die tief in den Boden reichen und es den Bäumen ermöglichten, selbst heftigen Stürmen zu trotzen. Hier leben zahlreiche Wildtiere, die in den Wüstengebieten nicht überleben könnten und die von der Vielfalt des einstigen Lebens zeugen. Zwar gibt es auch im Sandmeer eine Reihe verschiedener Arten, von kleinen Insekten bis hin zum großen Krebs, doch in den Wäldern und Seen zeigt sich die Natur in ihrer ganzen Pracht. Es wimmelt von großen und kleinen Tieren und doch herrscht ein Gleichgewicht, denn auf ihre Weise ist jede Gattung in die Nahrungskette der Natur eingebunden. Bei den Negaruyen sind besonders die bunten Flatterflügler geschätzt, die von Blüte zu Blüte huschen und eine bedeutsame Rolle bei der Befruchtung der lebenswichtigen Wasserpflanzen innehaben.

 

Der mittlere Ring ist den Seen und Feldern vorbehalten. Sieben große Süßwasserseen umgaben Benilan, reich an Fischen und Grundlage für die Aufzucht der Nahrungspflanzen. Diese ähneln irdischem Reis. Die Negaruyen fertigen riesige sechseckige Gitterstrukturen aus Pflanzenfasern, die auf dem Wasser schwimmen und den Setzlingen Halt geben. Die Nahrungspflanzen sind genügsam, wachsen rasch und können dreimal im Jahr geerntet werden. Fast ein Drittel der Bewohner von Benilan ist mit der Pflege der schwimmenden Felder und ihrer Ernte befasst.

 

Die großen Städte stehen auf felsigem Untergrund, was sicherlich erklärt, warum das überlebenswichtige Wasser nicht im Sand versickert, zumal es aus eigenen Quellen gespeist wird. Man ist sich sicher, dass es auch eine Vielzahl unterirdischer Seen geben muss.

 

Der innere Ring, eher eine Kreisfläche, ist das Zentrum und nimmt die geringste Grundfläche ein. Hier leben und arbeiten Zehntausende von Negaruyen in den aus Halbkugeln errichteten Kegeltürmen. Sechs große Kraftwerke, von Dampf und Sonne angetrieben, sorgen für die erforderliche Energie.

 

Alle Gebäude und Stockwerksebenen weisen die Grundform einer Halbkugel auf, die sich im Bezug auf die gelegentlichen Sandstürme als sehr praktisch erwiesen haben. Die Halbkugeln schimmern seidig in kräftigen Farben. Durchsichtiges und eingefärbtes Glas ist das bevorzugte Baumaterial. Sand und Erz gibt es gleichermaßen reichlich, doch Sand braucht man nur vom Boden aufzuheben und muss nicht erst nach ihm graben. Die Bewohner von Benilan lieben makellose Oberflächen. Nach den gelegentlichen Sandstürmen schwärmen ganze Kolonnen von Putzern über die runden Fassaden aus, um sie erneut auf Hochglanz zu polieren. Etliche der Gebäude weisen zwanzig und mehr Ebenen auf. Einige sind durch grazil wirkende Brücken miteinander verbunden, doch der Hauptverkehr spielt sich auf dem Boden ab. Aufblitzende Leuchtzeichen weisen auf Geschäfte oder bedeutsame Bewohner der Gebäude hin.

 

Die Straßen sind breit und wirken trotzdem beengt, denn in ihnen herrscht nicht nur reger Verkehr, sondern auch ein reger Straßenhandel. Die Negaruyen sind ein geselliges Volk. Die Straßen dienen daher nicht allein dem Vorankommen, sondern werden als Kommunikationsplattform genutzt. Man begegnet sich, hält ein Schwätzchen oder schlendert zwischen den zahlreichen Straßenhändlern entlang, die ihre Waren an kleinen Verkaufsständen feilbieten. Hier gibt es nur wenige Fahrzeuge und diese dienen fast ausschließlich dem Warentransport.

 

Gelegentlich ist die rote Uniform einer „Hand“ zu sehen. Dies sind Frauen oder Männer, die in der Stadtwache dienen und im Auftrag des Stadtherrn über die Ordnung wachen.

 

Wie alle Städte und Oasensiedlungen ist auch Benilan ein Selbstversorger. Was benötigt wird, das wird auch hier produziert. Die wenigsten Waren werden industriell hergestellt. Viele Bewohner leben davon, die Dinge des täglichen Gebrauchs in Heimarbeit zu fertigen und dann auf den Straßen zu verkaufen. Nicht selten tauscht man, was man benötigt. Dabei beschränkt man sich keineswegs nur auf die einfachen Dinge des täglichen Lebens. Es gibt auch das, was man als Luxusgüter bezeichnen kann. Feinste Glaswaren, Schmiedekunst, prachtvolle Stickereien, Kleidung, Gewürze, Nahrungsmittel, frische Backwaren… Das Bild der Straßen wird von bunten Farben und vielfältigen Gerüchen bestimmt. Daneben gibt es auch technische Produkte. Haushaltsgeräte, Werkzeuge, elektronische Rechner und Spielgeräte, Lichtkörper und Lichtskulpturen in den verschiedensten Ausführungen und Farben. Elektronische und die wenigen tetronischen Geräte werden vom Handelsposten des Direktorats erworben. Sie können in der Regel nur von den vermögendsten Negaruyen erworben werden.

 

 

 

Artefakthandel

 

 

Eine Besonderheit auf Negaruyen ist sicherlich der Artefakthandel. Überbleibsel aus den im Sand versunkenen Städten und Raumschiffes des ehemaligen Sternenreiches werden von kommerziellen und privaten Suchgruppen unter teil lebensgefährlichen Bedingungen ausgegraben und in den Städten und Oasensiedlungen verkauft. Viele sind derartig beschädigt und verfallen, dass ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr ersichtlich ist. Häufig werden sie nur äußerlich restauriert und dann als Schmuckgegenstand genutzt. Der Oberherr von Benilan hat sich zum Beispiel die alte Antriebsdüse eines Walzenschiffes in der Eingangshalle seines Hauses aufstellen lassen. Besonders beliebt sind alte Flugwagen. Natürlich können diese nicht mehr fliegen, aber die Karosserien werden in mühevoller Arbeit von Rost und Schmutz befreit, ausgebessert und die Außenhaut dann sorgsam mit einer hauchdünnen Schicht Glaslack überzogen, so dass sie wie neu glänzt. Die Innenausstattung ist neu und der alten nachempfunden. Der unbrauchbare Flugantrieb wird durch ein dreirädriges Fahrwerk ersetzt, so dass die Fahrzeuge genutzt werden können. Der Besitz eines alten Flugwagens, auch wenn dieser nie wieder fliegen kann, gilt als Statussymbol.

 

 

 

Funkgeräte

 

 

Die Negaruyen bauen und verwenden einfache Funkgeräte, mit einer geringen Reichweite von rund zweihundert Kilometern. Sie werden nur innerhalb der Siedlungen oder von Sandschiffen genutzt, die ihre Ankunft der Hafenmeisterei anmelden. Das Direktorat hat den Negaruyen jedoch leistungsstarke Bildfunkgeräte überlassen, um alle bewohnten Siedlungen damit auszustatten und eine gegenseitiges Hilfeleistungssystem zu ermöglichen. Dies wurde von den Negaruyen dankend angenommen, einen weiteren Ausbau zu einem effektiven interplanetaren Funknetz lehnen sie jedoch ab.

 

 

 

Kufenwagen

 

 

Das typische Bodenfahrzeug ist der Kufenwagen. Er dient der Verbindung zwischen Hafen und Stadt sowie dem innerstädtischen Waren- und Personenverkehr. Die Fahrzeuge stellen einen Kompromiss dar, denn sie müssen sich auf dem festen Boden im Stadtbereich und dem des Sandmeeres bewegen können. Die Fahrzeuge weisen die Form einer Wanne auf und besitzen drei Stahlkufen, in deren Mitte sich jeweils ein breites Laufrad befindet. Die einzelne Vorderkufe ist lenkbar. Ein Elektromotor treibt wahlweise das kleine Schaufelrad am Heck an, wenn es durch den Sand geht oder die Antriebswelle der beiden hinteren Räder. Die Batterie des Motors wird an einer der Dampf- oder Solarbetriebenen Stromstationen der Stadt aufgeladen.

 

 

 

Flugmaschinen

 

 

Die Negaruyen bauen eine begrenzte Anzahl von Flugwagen, die überwiegend Überwachungs- und Rettungsaufgaben dienen. Sie werden von drei Hubschrauben angetrieben und durch Sonnenkollektoren und Akkumulatoren mit Energie versorgt. Das Antriebssystem ist nicht sehr effizient und die Flugwagen besitzen nur eine Reichweite von bis zu dreihundert Kilometern.

 

 

 

Negaruyen der Stammwelt und Menschen

 

Die Welt der Negaruyen, von diesen schlicht als Negaruyen bezeichnet, wird in den Sternenkatalogen der Menschen als „Hiveen-5“ gelistet. Sie wurde zur Zeit des kolonialen Krieges, zwischen dem solaren System und einer Reihe von Kolonialwelten der Menschen, von der sogenannten „schwarzen Bruderschaft“ entdeckt, einer späteren Piratenorganisation, die zum entschiedenen Feind des menschlichen Direktorats wurde. Die Bruderschaft stieß auf die verlorene Raumfahrerzivilisation der Negaruyen und machte sich deren Technik zunutze, um hieraus eigene Raumschiffe zu entwickeln. Als „Sternenmenschen“ unterhielt die Bruderschaft ihre Hauptbasis innerhalb eines ringförmigen Gebirges. Da die Piraten befürchteten, die Sandclans könnten sich gegen die Fremden vereinen, nutzte die schwarze Bruderschaft die Gruppen der „Plünderer“, die sie zu Verbündeten machte und mit modernen leichten Waffen ausrüstete. Die Clans der Plünderer befinden sich in Konkurrenz zueinander. Einst aus verschiedenen Gründen aus den Oasenstädten ausgestoßen, überfielen die Clanherren immer wieder einzelne Sandschiffe und waren für die Oasenstädte zu einer derartigen Bedrohung angewachsen, dass die Städte keinen zusätzlichen Konflikt mit den fremden Sternenmenschen wagten.

 

Erst als die Sky-Navy zufällig auf Hiveen-5 stieß und die dortige Piratenbasis entdeckte, wurde die schwarze Bruderschaft durch einen Großangriff der Navy und die Landung von Truppen der Sky-Cavalry vernichtet.

 

Das Direktorat unterhält in der ehemaligen Piratenbasis einen Handelsposten und eine kleine Garnison. Die Beziehung zwischen Menschen und Negaruyen kann als freundlich bezeichnet werden, wobei die Negaruyen allerdings jede weitere technische Entwicklung und Einmischung ablehnen. Durch die beständigen Luftpatrouillen der Sky-Navy haben die Aktivitäten der Plünderer abgenommen. Die Herren der sogenannten „Wasserstädte“ lehnen allerdings ein Vorgehen der Menschen gegen die Plünderer strikt ab.

 

Die Negaruyen der Stammwelt sollen künftig durch eigene Vertreter im hohen Rat des Direktorats vertreten werden. Zweck dieser ständigen Vertretung soll jedoch nicht die Mitwirkung an der Entwicklung des menschlichen Direktorats sein, sondern die Gewährleistung, dass die Welt der Negaruyen nicht durch Menschen beeinflusst wird.

 

Die Negaruyen der Stammwelt haben keine Kenntnis von der Existenz des Volkes der verborgenen Welt.

 

Das Volk der "verborgenen Welt"

 

Die verborgene Welt ist die einzige Kolonie der Negaruyen, die dem Vernichtungskrieg der Norsun entging. Der Hass auf die Insektoiden prägt das Leben der rein militärisch ausgeprägten Gesellschaft, deren Lebensinhalt im Kampf gegen den Feind besteht.

 

 

 

Regierungsform

 

Die ersten zweihundert Jahre des langen Krieges forderten hohe Verluste unter den Männern. Eine Folge hiervon war, dass immer mehr Frauen in führende Positionen aufstiegen und es schließlich zu einem friedlichen Umsturz kam, bei dem ein strenges Matriarchat eingeführt wurde. Inzwischen wird es männlichen Negaruyen nur noch selten ermöglicht, in höhere Ränge aufzusteigen. Unter den sogenannten „Dienenden“ herrscht eine latente Unzufriedenheit, die durch die drakonischen Strafen, die auf Ungehorsam oder Versagen stehen, noch verstärkt wird.

 

Einen Sonderstatus nehmen die Männer der „Leibgarde“ ein. Sie gelten als besonders zuverlässige Elitekämpfer und sind durch einen von der rechten Schulter zur linken Hüfte verlaufenden roten Streifen an ihren Uniformen oder eine entsprechende rote Schärpe kenntlich gemacht. Sie sind auch bei Frauen gefürchtet, da sie von der obersten Matriarchin die Vollmacht haben, tödliche Gewalt gegenüber Frauen und Männern ausüben zu dürfen, ohne hierüber Rechenschaft ablegen zu müssen.

 

Dienende und Leibgardist der Negaruyen der verborgenen Welt
Dienende und Leibgardist der Negaruyen der verborgenen Welt

 

Technik

 

Über fast achthundert Jahre lang herrschte ein Wettlauf zwischen Norsun und Negaruyen, um die Wirksamkeit der eigenen Energiewaffen zu steigern und den Schutz gegen diese zu erhöhen. Während die Norsun die sogenannte „goldene Energie“ entwickelten, mit der nach Belieben Energiestrahlen, Energiegeschosse oder schützende Energiewände geformt werden können, erfanden die Negaruyen den „Zersetzer“. Es handelt sich dabei um eine auf Naniten basierende Waffe, welche die Außenhüllen der Norsunschiffe zersetzt. Allerdings zerfallen die Naniten bei Kontakt mit Sauerstoff, weswegen ihre Einsatzmöglichkeiten begrenzt sind. Die Norsun konnten das Geheimnis der Waffe bislang nicht entschlüsseln. Vom Zersetzer betroffene Schiffe versuchen sich auf eine Quarantänewelt zu retten, wo sie dem Zerfall überlassen werden, die Besatzungen jedoch gerettet werden können.

 

Seit kurzer Zeit haben die Negaruyen Projektilwaffen entwickelt. Es handelt sich um klein- und großkalibrige Waffen, die einfache Spreng- und Raketenprojektile verschießen und welche die Metallhüllen von Schiffen und Fahrzeugen durch Explosionswucht und Splitterwirkung zerstören. Trotz der goldenen Schutzwände erleiden die Norsun durch diese Waffen hohe Verluste. Die Negaruyen hoffen, mit ihnen die Wende im Krieg herbeiführen zu können.

 

Das Volk der verborgenen Welt benutzt ebenfalls einen Schwingungsantrieb, der jedoch nicht die Perfektion der Norsun-Antriebe aufweist. Ein Nachteil der Negaruyen-Antriebe besteht darin, dass die Besatzung eines Raumschiffes, nach Austritt aus der Schwingung, für einen gewissen Zeitraum handlungsunfähig und auf die automatische Verteidigung ihres Schiffes angewiesen ist.

 

In der Computertechnologie stützen sich die Negaruyen auf die sogenannte eTronik. Sie ähnelt der von den Menschen genutzten Tetronik, ist jedoch weniger leistungsfähig und deutlich langsamer. Derzeit gibt es keine Kompatibilität zwischen beiden Systemen. Trotz der

Eroberung eines modernen APS-Kreuzers der Sky-Navy durch die Negaruyen, ist es diesen bislang nicht gelungen, die „Maschinensprache“ der Menschen zu entschlüsseln.

Raketengewehr der Negaruyen
Raketengewehr der Negaruyen

Verhältnis von Menschen, Norsun und Negaruyen

 

Die Norsun hielten die Menschen ursprünglich für eine Mutation der Negaruyen, weswegen sie die menschliche Siedlungswelt Regan III. überfielen und gnadenlos gegen die Bevölkerung vorgingen. Die Konfrontation mit den Truppen des Direktorats und der vollkommen von den Negaruyen abweichenden Technologie der Raumschiffe und Waffen, ließ die Insektoiden an ihrer Theorie zweifeln, dass es sich bei den Menschen um Abkömmlinge des alten Feindes handelt.

 

Auf dem sogenannten „Wrack-Planeten“ der Norsun kam es zu einer ersten direkten Begegnung zwischen Menschen, Norsun und Negaruyen. Da die Menschen die schiffbrüchige Besatzung eines Norsun-Hantelschiffes retteten, war dies für die Negaruyen der verborgenen Welt der Beweis, dass es sich bei den Menschen um einen neuen Feind handelte, der mit den Insektoiden verbündet war.

 

Resultate dieser Begegnungen auf dem Wrack-Planeten sind die Kontaktversuche zwischen Menschen und Norsun, um einen Waffenstillstand oder sogar Frieden herbeizuführen sowie die Angriffe der Negaruyen der verborgenen Welt, die sich nun gegen beide Völker richten.

 

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